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„They expected something new / Something better nothing blue / They expected so much more of you / God knows they were wrong”, heißt es in den Lyrics zu „Builder Boy”, einem Song auf dem neuen Album “Subtle Love”. Zeilen, die ein The Slow Show Fan wahrscheinlich niemals in den Mund nehmen würde.

Denn, wenn man ehrlich ist, liebt man das Quartett aus Manchester doch genau für das, was sie mit jedem Album aufs Neue liefern: Jede Menge Emotionen und die gewisse Portion Melancholie, bei der der schwere Vorhang nie ganz zu fällt, sondern immer einen Spalt freilässt, damit ein kleiner Lichtstrahl die Hoffnung am Leben hält.

Natürlich ist für die großen Gefühle neben den einfühlsamen Songtexten, bei denen es auch auf „Subtle Love“ größtenteils wieder um die Liebe mit all ihren Facetten und Herausforderungen geht, auch der samtige Bariton von Rob Goodwin verantwortlich, der dem Wahl-Düsseldorfer wahrscheinlich bis ans Ende seiner Karriere Vergleiche mit Matt Berninger von The National einbringen wird. Aber hey, es gibt weitaus Schlimmeres als für den kleinen Bruder des Königs des rotweingetränkten Schweremuts gehalten zu werden.

„Learning To Dance“ ist einer dieser Momente auf „Subtle Love“, bei denen die düstere Wolkendecke aufbricht. Zu gezupften Gitarrenklängen singt Goodwin die ersten Zeilen, bevor nach einer Minute ein paar Streicherklänge dazukommen, die nie zu dick auftragen. Er singt von Selbstvertrauen und Intuition, auf die man sich verlassen soll.

Und wer damit anfänglich vielleicht noch ein bisschen Schwierigkeiten hat, der sollte den Song einfach bis zum Ende hören und danach nochmal auf Repeat. Mantraartig wiederholt Goodwin „I can see you getting better / I can feel it getting better / Can you see it getting better / Can you?“, bis im Laufe des großen Finales sogar ein ganzer Chor miteinsteigt. Ja, das ist groß aufgefahren, aber manchmal braucht man diesen überbordenden Zuspruch, um auch wirklich an die Botschaft glauben zu können.

Und auch, wenn man die Rezeptur von The Slow Show mittlerweile kennt, gelingt es dem Quartett immer noch, für erfrischende Aufhorcher zu sorgen, wie beispielsweise in „Lament“, wo ein Solo gegen Ende des Songs einem kleinen Gefühlsausbruch gleichkommt, der kurzzeitig die Stimmung der getragenen Ballade verändert.

Wer also in Sachen Soundtrack für den anstehenden Herbst und die grauer werdenden Tage schon mal vorsorgen möchte, der sollte bei „Subtle Love“ beherzt zugreifen.

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