Björk hat vor Kurzem ihr neues Livealbum „Cornucopia : Live“ angekündigt. Das physische Album erscheint in verschiedenen Formaten am 24. Oktober via One Little Independent Records.
Die isländische Klangzauberin hat mit ihrer spektakulären Show bewiesen, dass Konzerte im 21. Jahrhundert durchaus mehr sein können als nur Musik – nämlich eine komplette Sinneserfahrung. Nach dem weltweiten Kinoerfolg des gleichnamigen Konzertfilms erscheint nun das Live-Album „Cornucopia : Live“, das Björks visionäre Performance in Albumform destilliert.
Das Projekt ist das Ergebnis jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit 360-Grad-Sound sowie der Arbeit mit Sound- und Bildsoftware in Virtual Reality und Animation. Bereits in „Biophilia“ (2011) und „Vulnicura“ (2015) setzte Björk diese Technologien ein, bevor sie sie später auch auf die analoge Bühne überführte.
„Meine Intention war es, das, was wir für VR im 21. Jahrhundert geschaffen hatten, in ein Theater des 19. Jahrhunderts zu bringen – vom Headset auf die Bühne“, erklärt die Künstlerin selbst.
Herausgekommen ist eine Art „moderne Laterna Magica“ für Livemusik, bei der 27 bewegliche Vorhänge Projektionen verschiedener Texturen und LED-Screens einfangen. Die Show funktioniert wie ein digitales Puppentheater, in dem ein Avatar-Charakter durch verschiedene Transformationen wandelt – von der Verletzung einer Herzwunde bis hin zu vollständiger Heilung.
Musikalisch wird Björk von einem handverlesenen Ensemble unterstützt: Musikdirektor und Multiinstrumentalist Bergur Þórisson, Perkussionist Manu Delago, das Flötenseptett Viibra, Harfenistin Katie Buckley und der Hamrahlíð-Chor sorgen für den orchestralen Unterbau.
Besonders faszinierend sind die eigens entwickelten Instrumente – eine magnetische Harfe, ein Aluphon, eine kreisförmige Flöte und eine Reverb-Kammer, die mit einem Audio-Architekten speziell für intimste Performance-Versionen gebaut wurden.
Die visuelle Umsetzung übernahm ein Dreamteam aus Kreativdirektor*innen: James Merry führte die visuelle Co-Regie, während Andrew Thomas Huang, Gabríela Friðriksdóttir, Pierre-Alain Giraud, Nick Knight, Tobias Gremmler und das Duo Warren Du Preez & Nick Thornton-Jones ihre grenzüberschreitenden Visuals beisteuerten. Unter der Regie von Ísold Uggadóttir entstand so Björks bislang ambitionierteste Live-Produktion.
Das Ergebnis ist eine kraftvolle Verschmelzung von Natur, Technologie und Klang, die Björks avantgardistische Klanglandschaften mit den grenzüberschreitenden Visuals nahtlos verbindet.
Die Musik breitet sich dabei vollständig über Surround-Lautsprecher aus und schafft jene immersive Erfahrung, die bereits „Utopia“ (2017) und „Fossora“ (2022) prägte – ein laut MusikBlog-Review ungreifbares Album, auf dem die Isländerin in ihre mystische Welt einlädt.
„Cornucopia : Live“ demonstriert eindrucksvoll, warum Björk als eine der innovativsten Künstler*innen ihrer Generation gilt – jemand, die kontinuierlich die Grenzen zwischen Musik, Technologie und Performance verschiebt und dabei stets eine Botschaft der Hoffnung und Widerstandsfähigkeit vermittelt.
