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Wolf Alice und alt-J – Live im Zenith, München

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Das neue Album „This Is All Yours“ von alt-J hat letztes Jahr für einige Furore gesorgt und war zu Recht weit oben in den meisten Jahres-Charts 2014 zu finden. Zum Albumrelease gab es am 1. Oktober 2014 ein sehr exklusives und intimes Showcase-Konzert im Berliner Lido. Nun ist die Band auf der angekündigten Hallentour. Station gestern war das schon lange im Voraus ausverkaufte Münchener Zenith.

Entsprechende Menschenmassen wälzten sich schon frühzeitig auf das Konzert-Areal zu, zusätzlich geschaffene Parkplätze ließen ein Chaos jedoch verhindern und auch die Einlass-Security hatte es gut im Griff, so dass längere Staus vermieden wurden. In der Halle drin war der Andrang jedoch deutlicher zu spüren (zuletzt so nur bei Nick Cave gesehen), selbst vor der Männer-Toilette war eine lange Schlange auszumachen.

Den unangekündigten Support bestritten die nord-englischen Wolf Alice, die letztes Jahr ihre – zumindest in UK – hochgelobte EP „Creature Songs“ veröffentlichten und deren Longplayer für den Sommer diesen Jahres erwartet wird. Wolf Alice heizen mit ihrer rockigen, jedoch nicht ganz neuen Mischung aus Hole, Auf Der Maur und Veruca Salt ganz gut ein.

Nach der Pause, in der man fast das komplette Album „Total Life Forever“ von den Foals zu hören bekam, starten dann alt-J, die für die Tour Gwil Sainsbury, der die Band letztes Jahr verlassen hatte, durch Cameron Knight ersetzten und nun wieder zu viert auf der Bühne stehen. Es beginnt mit „Hunger Of The Pine“, dem Hit aus dem aktuellen Longplayer, bei dem die Scheinwerfer im Keyboard-Takt riesige, rote Lichtkegel in die Halle werfen und sofort die richtige visuelle Einstimmung auf ein Monumental-Konzert schaffen.

Es folgt „Fitzpleasure“, das von einem violett/weißen Stroboskop-Gewitter begleitet wird sowie weitere Titel des aktuellen und vorherigen Albums. Der Sound ist high-end und nahezu perfekt. Das Licht ist bei jedem Titel anders, wobei rot/violett das überwiegende Farbthema bleibt. alt-J haben ganz offensichtlich Wert auf eine bombastische Erscheinung gelegt, eine intime Nähe zum Publikum wie noch beim Auftritt im Lido ist jedoch nicht zu spüren. Bis auf das obligatorische „Hi, how you’re doing?“ nach dem zweiten Titel wird so gut wie nicht gesprochen.

Alles wirkt sehr ausgeklügelt und akkurat. Wie die vier Gestalten auf der Bühne regungslos nebeneinander im Nebel stehen, wirken sie fast wie die Kraftwerk-Roboter bei ihren Auftritten. Ein Lachanfall von Sänger Joe Newman und Keyboarder Gus Unger-Hamilton beim A cappella-Gesang des Interludes „(The Ripe & Ruin)” wie noch in Berlin passiert, bleibt diesmal natürlich aus, das wäre dem perfekten Auftritt auch in keinster Weise angemessen gewesen.

Erst mit dem Song „Matilda“, bei dem die gesamte Halle mit über 5.000 Leuten mitsingt, ist so etwas wie eine ergreifende Atmosphäre und Emotion in der Luft zu spüren. Ansonsten stehen der präzise, saubere Klang und die exakte Instrumentenbeherrschung im Vordergrund, so wie man es zum Beispiel bei früheren Tortoise Konzerten erleben konnte.

Nach einer knappen Stunde ist dann der Hauptteil bereits beendet, was für ein Konzert in dieser Größenordnung schon ungewöhnlich ist. Es folgt die 4 Stücke umfassende Zugabe, dann ist das Konzert beendet. Ein wirklich großes Ereignis, aber etwas mehr Nahbarkeit und tatsächliche Live-Atmosphäre wäre schön gewesen.

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