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The War On Drugs – Live in der Muffathalle, München

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Es ist Vorweihnachtszeit und damit Saison der stimmungs- und gefühlvollen Gitarrenmusik, die bereits von Angus & Julia Stone vor zwei Wochen eröffnet wurde. Gestern fand mit The War On Drugs in der Muffathalle, München ein weiteres Saison-Highlight statt.

The Barr Brothers aus Montreal, Quebec (das Kanada lassen sie in ihrer Vorstellung weg) eröffnen mit gut klingendem, country-eskem Folk-Rock von ihrem neuen Album „Queens Of The Breakers„, bei dem auch eine Harfe nicht auf der Bühne fehlt.

In der Umbaupause gibt es dann eine seltene Musikperle zu hören, nämlich den Berliner Elektronik-Künstler Manuel Göttsching mit „E2-E4“, seinem ersten Solo-Studioalbum von 1984, das praktisch aus nur einem Stück besteht (welches später in 9 Tracks unterteilt wurde). Der „Song“ ist 58 Minuten lang und wurde von Manuel „The Göttfather“ (The Guardian) in nur einer Session bereits 1981 aufgenommen. Das Stück hatte großen Einfluss auf die Techno und House Szene und gehört heute zu den am meisten gesampelten Titeln.

Das Publikum in der Muffathalle ist eine seltsame Mischung aus jungen Hippies und Kreativagentur-Leuten sowie älteren Herren in Schurwollmänteln, die aussehen wie auf der VIP-Tribüne in der Allianz Arena.

Dann kommen The War On Drugs auf die Bühne, und nachdem Sänger Adam Granduciel kurz über den Mikroständer schimpft („this is ridiculous“), starten sie das Set mit dem schönen „In Chains“ von ihrem neuen Album „A Deeper Understanding„.

Die 2005 in Philadelphia von Granduciel und Kurt Vile (dieser verließ aber kurz nach dem Debütalbum die Band, um sich auf seine Solokarriere zu fokussieren) gegründeten War On Drugs schafften erst mit dem 2014er Album „Lost In The Dream“ den Durchbruch, welcher sich mit „A Deeper Understanding“ nochmal deutlich verstärkte.

Die Herzlichkeit zum Publikum von Adam Granduciel hält sich in Grenzen, erst zur Hälfte des Pflichtteils bringt er ein „Good to be in Munich“ über die Lippen. Das macht aber gar nichts, denn der warme, leichte, live perfekt umgesetzte Gitarrensound schafft genau die erwartete, heimelige Stimmung.

Das klingt zwar immer noch nach Bryan Adams und Bruce Springsteen, ist aber weniger bodenständig, sondern darüber schwebend und dabei gleichzeitig modern und retrospektiv. VIP-Tribüne und Kreativagenturen halt statt Arbeiterklasse.

Ab und zu erzählt Sänger Adam Geschichten aus dem Waschsalon (dass Leute dort ständig ihre Sachen liegen lassen und er sich da schon mit sechs Bühnenoutfits eingedeckt hat) oder überspielt kleinere Pannen (Vergleich mit einem Auto, das nicht losfahren kann, wenn der Automatikhebel auf „Neutral“ steht, als er vergisst, den richtigen Effekt mit der Pedale einzuschalten, usw.).

Untermalt wird das Ganze von einer ausgeklügelten Lichtshow, die jedes einzelne Bandmitglied in abwechselnden Farben erstrahlen lässt. Bei dem über 10 Minuten langen, sphärischen „Thinking Of A Place“ wird die Bühne in tiefbunte Farben wie auf einem King Gizzard Albumcover getaucht, die von weißen Scheinwerferkegeln sanft zerteilt werden.

Eine homogene, einlullende Show, die man beim nächsten Mal sicher im viermal so großen Zenith bewundern darf.

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