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Klez.e – Live im Hafenklang, Hamburg

Man kann auch mal 30 Minuten früher anfangen, als auf der Webseite angekündigt. Am gestrigen Abend im Hafenklang nur bedingt hilfreich für den Suppportact Das Feuilleton. 20:30 Uhr betreten sie die Bühne und eröffnen für Klez.e. Der Hafenklang füllt sich gerade erst.

Die drei Jungs spielen Post-Punkt mit leichter Tendenz zur Dunkelheit. Gitarrenteppiche von Anfang an. Stimmung zwischen nachdenklich und „mir doch egal“. Ihr Debütalbum „Ab morgen bin ich unpolitisch“ kam gerade heraus, Tobias Siebert von Klez.e hat sie produziert.

Langsam aber sicher füllt sich der Raum, die ersten wippen schon mit. Höhepunkt der letzte Track „Seemann“. Nervöses Ticken auf einem Ascheeimer treibt die Energie subtil nach vorne. Der Sound steigert sich konsequent bis zu abschließenden Ekstase. Mehr Musik, weniger Text.

Klez.e. Gewitter. Regen. Minimalistisch pointierte Drums auf den Punkt. „Wenn es regnet gehen die Kinder spielen; in den Trümmern vor dem Haus. Wenn es regnet, gehen die Kinder spielen; Die Drohnen bleiben aus“. Der Opener „Drohnen“. Vor fast sieben Jahren auf der gleichen Bühne das letzte Stück des Abends. Auch nach der langen Zeit kein bisschen weniger intensiv.

Fließender Übergang zu „Verpassen“.  Das erste Stück vom neuen Album “Erregung“. „Und nichts ist wie es war. Und Liebe fließt dahin“. Die bedrückende Stimmung bleibt aus einem Guss. Die knackigen Drums stechen heraus. Bisher bleiben die Gitarren in ihren Ständern stehen. Nur mit Bass schlägt Tobias Siebert konsequent die Brücke zum Sound von The Cure.

„Flammen“, „Nachtfahrt“ und „November“, Tracks vom vorherigen Album „Desintegration“. Etwas weniger Nebel als beim letzten Mal und ein paar Tage älter geworden. Das war’s aber auch an Neuerungen.

Auch, wenn sie als nächstes mit „Erregung“ den Titelsong der neue Platten spielen –Sound, Stimmung, Drive, alles bleibt konstant, als wäre keine Zeit vergangen und als kämen alle Stücke vom gleichen Album.

Nur die Highlights kommen bisher konstant aus der Vergangenheit. Nach „Drohnen“ sticht erst „Schwarz“ wieder deutlich hervor. „Antidepressiva, Antidepressiva,…“ – der Refrain frisst sich im Kopf fest.

Die eingängige Gesangs-Melodie von  „Mr. Dead & Mrs. Free“ zieht nach.

Nach 11 Stücken verlangen alle lautstark nach Zugabe. Die gibt es dann auch. Gleich vier Stücke.

Das Publikum hat immer noch nicht genug. Zweite Zugabe. „Wir ziehen die Zeit“ führt intensiv und dicht noch weiter in die Vergangenheit der Band.

Absolutes Highlight der wirkliche Abschluss – „Lobbyist“. Großartiges musikalisches Handwerk mit viel Liebe zum Detail. Minimaler Sound, brutal düster dahingeschleppt. Zielsicher harmonisch zusammengesetzt aus vielen kleinen Einzelsounds. Da kann sich so manche Jazz-Band etwas abschauen. Wie schon den restlichen Abend – Percussion ganz vorne dabei. Auf den Aufnahmen unauffällig in das Gesamtwerk eingefügt, auf der Bühne knackig auf den Punkt und Zentrum des Sounds.

Gerne als Abklatsch von The Cure bewitzelt, zeigen die drei von Klez.e auf der Bühne, dass sie deutlich eigenständigere Musik machen, als ihnen gerne nachgesagt wird. Daran ändert zum Glück auch das Spiel mit der Frisur nichts.

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