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Beyoncé – BEYONCÉ – Das wertvolle Album

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Beyoncé Knowles hat letzte Woche in der Nacht vom Donnerstag zu Freitag, den 13. ohne Ankündigung ein neues Album mit dem schlichten Titel „BEYONCÉ“ veröffentlicht. Es ist zunächst exklusiv nur auf iTunes erhältlich, die reguläre CD soll nach Weihnachten in den Handel kommen. Eine recht clevere Strategie wie sich heraus stellte, „BEYONCÉ“ ist mit über 800.000 Downloads in den ersten 3 Tagen das erfolgreichste iTunes Album aller Zeiten und verdrängte Justin Timberlakes „The 20/20 Experience„. Offenbar fühlten sich die meisten Fans so überrumpelt und unbeeinflusst von irgendwelchen Album-Kritiken, dass sie gar nicht anders konnten, als auf den Kaufen Knopf zu drücken.

So weit, so respektabel. Der Longplayer beginnt gut. „Pretty Hurts“ fängt behutsam mit dem beyonce-typischen „ah-hah-hah“ an und geht in einen Chorus über, in dem Beyoncé ihre stimmliche Erhabenheit so deutlich zeigt, dass man sich wie ein mit großen Schwingen über den weiten Bergen gleitender Vogel fühlt und anfängt, von den großen Dingen des Lebens zu träumen.

Danach folgt das interessante „Haunted“, mit vielen musikalischen Finessen, die ab und zu sogar The Art Of Noise oder Grace Jones durchschimmern lassen. Einen solch artifiziellen Sound hätte man Beyoncé gar nicht zugetraut. Und auch nicht den Mut dazu. Wobei wohl viel Credit dem mysteriösen Produzenten BOOTS (signed auf Jay-Z’s Label Roc Nation) zuzuschreiben ist.

Da die Platte ruhig begann, fällt die (niedrige) Spannung – anders als bei ihren bisherigen Alben – auch beim dritten Song nicht ab, welcher eine Hommage an die Liebe mit einem Feature ihres Ehemanns Jay-Z ist. Und auch nicht bei den weiteren Titeln, die sich klanglich in eine große Homogenität einfügen.Dieses Album ist definitiv nichts zum Nebenbei-Hören, wer diesen Fehler begeht, wird sie schnell als langweilig und belanglos abtun. Dieser Vorwurf ist auch nach ausführlichem Hören vielleicht nicht ganz aus der Welt zu schaffen, aber dann ist er immerhin fundierter.

Beyoncés neues Werk lässt einen bei aufmerksamen Hören viele interessante Details entdecken. Der leicht atemlose Gesang auf „No Angel“ kombiniert mit dezenten 80er Synthie-Soundeffekten oder „Partition“ mit dem deutlich hörbaren, typischen Timbaland Sound. Der zeichnet auch für die Produktion der meisten Titel verantwortlich, wobei er diesmal – anders als auf Justin Timberlakes „The 20/20 Experience“ – seine Soundmarke nicht so offensichtlich aufdrückt. Justin Timberlake hat auch viele der Songs mit geschrieben und auch Pharell Williams hatte bei „Blow“ und „Superpower“ seine Finger im Spiel.

Es dauert sehr lange, bis sich der Groove den Ohren zu erkennen gibt. „BEYONCÉ“ ist ein Album, was gut über High-end Kopfhörer und den technisch interessierten Hörer funktioniert. Und damit eine nachhaltigere Qualität liefert, als der Vorgänger „4. Die großen Hymnen und emotionalen Momente fehlen jedoch und wahrscheinlich hat sich Beyoncé nun endgültig dem Stadion-Pop ab- und dem klassischen R&B zugewandt. Wer sich darauf einlässt und die nötige Geduld mitbringt, wird jedoch einem neuen Niveau detailverliebter, akkurat produzierter Musik begegnen, das die Süddeutsche mit sorgfältiger Sinnlichkeit bezeichnet, was aber einen sehr angenehmen Gegensatz zu dem aufdringlichen Stampfbeat der Kolleginnen Miley Cyrus, Britney Spears und auch Lady Gaga darstellt.

„BEYONCÉ“ ist ein auf Hochglanz poliertes, sehr fein produziertes Stück Schall, das sich sehr wertvoll anfühlt, nicht nur wegen des vergleichsweise hohen Preises von 14,99 EUR für den iTunes Download. Man möchte es am liebsten nur in einem Raum mit weißen Marmorfliesen und weißem Piano in der Ecke spielen, weich in einem Sessel sitzend und kleine, kaum sichtbare Fussel von der Lehne pustend.

Dazu passt nicht, dass das Album, weil es ja ein „visuelles“ sein soll mit Video zu jedem Titel und noch zwei zusätzlichen angereichert wurde. Auch wenn diese gut gemacht sind und teilweise kleine Geschichten erzählen, lenken sie doch zu sehr ab von dem audiophilen Hörerlebnis. Wer sie denn unbedingt sehen möchte, sollte dies auf jeden Fall unabhängig von den tonalen Songs tun.

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