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Death From Above – Live im Strom, München

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Es ist unvorstellbar, dass eine Band, die aus einem Bassisten und einem singendem Schlagzeuger besteht, das Moshpit-Energie-Level über ein komplettes anderthalb-Stunden-Konzert oben halten kann. Doch genau das taten die kanadischen Rocker von Death From Above gestern Abend im Münchner Strom.

Anfangs noch als großes Konzert in der Technikum geplant, wurde es aus “organisatorischen” Gründen in das deutlich kleinere Strom verlegt. Dies entpuppte sich aber als großer Vorteil, denn schon bei der Vorband The Picturebooks wurde schnell klar, dass es an diesem Abend muckelig nass werden sollte.

Selten hat man eine Konzerthalle bereits bei der Vorband so energisch gesehen. Offensichtlich war für viele The Picturebooks mindestens Co-Headliner. Die Show war laut und auf den Punkt.

Immer wieder faszinierend, welch brachialen Sound die beiden Gütersloher aus ihren Instrumenten herausprügeln. The Picturebooks sind schon lange keine Newcomer mehr. Seit mehr als vier Jahren streifen sie regelmäßig durch Europa und den USA, spielten bislang unzählige Konzerte und machten sich bisher einen soliden Namen.

Auch in München kamen Songs wie “Zero Fucks Given“, „The Rabbit And The Wolf“ und „Your Kisses Burn Like Fire“ gut an. Teilweise erinnerte der Sound sogar ein bisschen an die Black Keys, was für alle, die The Picturebooks noch nie gesehen hatten, von Vorteil war. Alles in Allem ein gelungener Anheizer für das, was an diesem Abend noch kommen sollte.

Nach einer kleinen Umbaupause kamen dann Death From Above auf die Bühne. Los ging es mit dem Opener “Nomad” vom letzten Album “Outrage! Is Now”. Ein durchweg dröhnender und schneller Song, der sofort die ersten im Publikum zum Springen animierte.

Dabei sorgte Bassist Jesse F. Keeler immer wieder für Sounds, die an ein lautes Küchengerät erinnerten, welches mit erschreckend angenehmen Klängen behaftet war. Schnell stieg die Temperatur in der Halle. Bei dieser Hymne auch kein Wunder.

Seit Jahren sind Sebastien Grainger und Jesse F. Keeler nicht mehr aus dem Rock-Olymp wegzudenken. Zwar legten sie zwischen 2006 und 2011 eine kleine Pause ein, in denen sie Projekten wie MSTRKRFT oder anderen Soloprojekten nachgingen, ein, dennoch entwickelten sie dadurch auch ihren einzigartigen Sound aus Rock mit Synthesizer und Bassgitarre stetig weiter.

Dies erkannte man gestern auch wieder z.B. bei “Virgins”, das von surrenden und dröhnenden Effekten nur so strotzte. Die ersten Mosh-Pits setzten trotz ca. 350 Besucher ein und die ersten Zuschauer verloren ihre Schuhe.

Vor knapp 14 Jahren wurde das erste Album “You’re A Woman, I’m A Machine” veröffentlicht und sorgte nicht nur in Kanada für einen größeren Hype um Death From Above (damals noch als Death From Above 1979, kurz nach Gründung umbenannt wegen eines Namensstreits mit James Murphy’s Label Death From Above Records).

Nach so vielen Jahren Bühnenerfahrung und der ständigen Weiterentwicklung ihres Sounds werden Songs wie „Black History Month“ und „Romantic Rights“ noch immer mühelos von sowohl nostalgischen Spätzündern als auch eifrigen, erstmalig hörenden Teenagern gleichermaßen gefeiert. Letztere waren gestern sogar aus Italien und Portugal angereist, und verschanzten sich headbangend in der ersten Reihe.

Die Setliste enthielt auch einige zertifizierte Head-Thrasher wie das neuere “Outrage! Is Now” und “Freeze Me”. Gerade Letzteres ist eines der eingängisten und schnelleren Songs. Schon innerhalb der ersten Takte lief das Publikum im Strom auf Hochtouren.

Und die, die es nicht so mit dem Tanzen hatten, standen gemütlich in der Nähe der Bar und genossen den Anblick. Keeler und Grainger zogen absolut lässig ihre Show durch – konstant und solide.

Der einzige erwähnenswerte Nachteil des Sets war, dass Schlagzeuger Sebastien Grainger bis zur Hälfte des Sets kein Wort sprach. Es wäre nett gewesen, mehr von Grainger zu hören, der für seinen Sinn für Humor und seine Fähigkeit bekannt ist, sich selbst und auch andere Leute zu ärgern.

In der zweiten Hälfte unterhielt er das Publikum nämlich mit augenzwinkernden Geschichten über seine Nichten und Neffen, erinnerte die Zuschauer daran, dass sie bisher auf der Tour die am stärksten feierenden waren und Death From Above überhaupt in München und im Strom am liebsten spielen, und heizte die Stimmung weiter an.

Zum Schluss kamen beide nochmal auf die Bühne und fragten mit kanadischer Höflichkeit, ob noch jemand etwas hören möchte. Eine schnelle Abstimmung mit Handzeichen – politisch korrekt – und weiter ging die Schweißperlentortur mit “Right On, Frankenstein!” und “Pull Out”, dem dann wirklich letztem Song.

Wieder drehten sich alle im Kreis und die Temperatur stieg gefühlt auf 40 Grad. Danach freute man sich riesig auf die laue Sommernacht in München.

PS: Die Schuhe haben am Ende auch wieder ihre Besitzer gefunden.

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