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The Strokes (Credit Jason McDonald)

The Strokes – The New Abnormal

„The New Abnormal“, der Titel von Album Nummer sechs von The Strokes, ist zwar aktueller denn je, jedoch eher ein Hinweis auf die gereifte Arbeitsweise der New Yorker Neo-Garagenrocker.

Die All-Stars erfinden sich darauf zwar nicht gänzlich neu und verhindern auch nicht, wehmütig an ihr Sensations-Debüt „Is This It“ zu denken, eine Überraschung der angenehmen Art ist es trotzdem, wie die neue Song-Kollektion außerhalb der Strokes-Routine präsentiert wird, ohne dabei an Ur-Authentizität einzubüßen.

Das Cover schmückt das Basquiat-Werk „Bird on Money“, eine Hommage an Jazz-Legende Charlie „Bird“ Parker. Mit dessen Genre haben die neun Tracks wenig gemein, die Beziehung des Musikers zu seinem Instrument könnte jedoch verbindendes Element sein.

Denn so, wie er sein Saxophon spielte, arbeiten inzwischen The Strokes: akkurat, professionell, handwerkliches laissez-faire ist inzwischen bestenfalls spartanisch eingesetztes Stilmittel.

Es fällt die Harmonie der Truppe auf. Die Handschrift der Mediationskünste von Produzenten-Ikone Rick Rubin, der den Stücken in Malibu melodische Leichtigkeit verpasste, ist hörbar und lässt über sich eine elektronische Affinität zu den Achtzigern schweben.

Was nicht heißt, dass auf die Pizzicato-Gitarre verzichtet wird. Im geschmeidigen Opener „The Adults Are Talking“ unterhält sie sich mit dem federnden Bass über dieses gelungene Stück Alternative-Musik.

„Selfless“ wirft die großen Tugenden des schmachtenden Indie-Melodrams in den Ring, es schlingert sich das herrlich überzeichnete „Brooklyn Bridge To Chorus“ in Twin Shadow-Manier über den East River, grüßt Billy Idol zu „Bad Decisions“, ist „Eternal Summer“ eine progredient unruhiger werdende Fahrt durch den Klimawandel.

Auf Synthie-Teppichen philosophiert Julian Casablancas derweil über sein Dasein als Rockstar im Laufe der Jahre, beantwortet sich die Frage „Why Are Sundays So Depressing?“ selbst

Es ist eben „Not The Same Anymore“, alles darf länger dauern, ablesbar an der Song-Laufzeit, wie der epische Rausschmeißer „Ode To The Mets“ exemplarisch darstellt.

Ein paar Ideen weniger, dafür konsequenter zu Ende gedacht, wäre an der einen oder anderen Stelle eventuell sogar mehr gewesen, möglicherweise ist es jedoch gerade ihre Summe, die „The New Abnormal“ zur wertigen Platte macht.

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