Death From Above 1979 – Is 4 Lovers

2006 proklamierten die Dauer-Mugger Death From Above 1979 ihr Aus, ein Zustand von geringer Halbwertszeit, knapp fünf Jahre danach waren die beiden Kanadier zurück auf der Bühne, ebenso viel später mit „The Physical World“ wieder präsent im Plattenregal.

Die unendliche Corona-Zwangspause dürfte die Dance-Punker dato an die selbst verordnete Auszeit erinnern, fühlen sich die auf Eis gelegten Live-Aktivitäten nicht nur für sie gefroren à la „Freeze“ – in ihrer Heimat Gold-Single von „Outrage! Is Now“ – an.

Zumindest hatten Jesse F. Keeler und Sebastien Grainger Valenzen, mit „Is 4 Lovers“ ihr viertes Album einzuspielen. Auf dem gewohnt überschaubaren Equipment wurden zehn Tracks generiert, die alles enthalten, womit beide seit „You’re A Woman, I’m A Machine“ in Verbindung gebracht werden.

Dabei ist man inzwischen fern vom Hormon-Beben des Erstlings, ist die neue Platte gar der Liebe gewidmet, und zwar so sehr, dass die aktuelle Lebensplanung direkt die Produktion beeinflusste, wie die Story rund um die Vorab-Single „One + One“, wonach diese auf Anregung der schwangeren Freundin Graingers tanzbarer abgemischt wurde und folgend der Nachwuchs im Mutterleib zum Beat seines Erzeugers rotierte, verriet.

Die Protagonisten liefern auf dem in Eigenregie und der damit einhergehenden künstlerischen Autonomie entstandenen Werk abermals zwingende Riffs, Stakkato-Drums plus Unmengen von Hall und Effekt, geraten die knackigen Nummern, die mehrheitlich danach verlangen, den Lautstärkeregler zum oberen Anschlag zu bewegen, noch ein wenig präziser auf den Punkt als zuletzt.

Zwischen dem hibbeligen Einsteiger „Modern Guy“ und dem semi-melodiösen Pathos vom Rausschmeißer „No War“, scheint Lemmys Geist beim Stimmen des Bass persönlich zugegen gewesen zu sein, saust das Schlagwerk wie die Kugel im Flipperautomaten durch Klang-Serpentinen, die mittweilen klingen, als liefen Suicide, Atari Teenage Riot und Sigue Sigue Sputnik auf derselben Tonspur.

Musik wird zum „Free Animal“, wenn „N.Y.C. Power Elite, Part 2“ vor Energie strotzt, ist „Glas Homes“eine schicke Art-House-Einlage und wird über dem „Love Letter“ etwas Muse-Tinte verspritzt, schleicht sich das Duo auf Mollpfoten durch „Mean Streets“, bevor der Song den Noise-Turbo zündet.

Death From Above bleiben im Genre weitestgehend konkurrenzlos, falls die „Scheissindiedisko“ jemals wieder öffnet, hört man sich dort gern wieder.

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